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Tipp des Monats: Interaktive Karte “Denkmallandschaft Berliner Mauer”

Fragment der Berliner Mauer an der Bernauer Straße
Mauerfragment an der Bernauer Straße (Foto A. Genest)

Das Bild, das weltweit die Erinnerung an die Berliner Mauer beherrscht, basiert auf deren westlicher Fassade: Graffitis auf einer Wand aus Betonfertigteilen.
Aus ostdeutscher Perspektive war sie lediglich der Abschluss eines komplexen Systems perfekt getarnter, scharf bewachter und nur unter Lebensgefahr zu überwindender Grenzanlagen. Ein Projekt des Lehrstuhls für Denkmalpflege der BTU Cottbus dokumentiert die gesamte für den Betrieb der Grenze erforderliche Infrastruktur und deren erhaltene Elemente und macht sie über eine interaktive Karte auch mit mobilen Endgeräten (Handy, GPS) nutzbar.

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Tipp des Monats: Kartenarchiv des polnischen Militärgeographischen Instituts 1919-1939

Kartenausschnitt

Als Polen 1918 seine Unabhängigkeit zurückerlangte, musste ein ganzes Land topographisch neu erfasst werden. Ein militärgeographisches Institut (Wojskowy Instytut Geograficzny) wurde eingerichtet und mit der Aufgabe betraut, basierend auf dem von den Teilungsmächten für die polnischen Gebiete erstellten Kartenmaterials eine aktuelle, kohärente amtliche Kartographie zu entwickeln. 1939 war die Publikation aller 482 Karten für das Gebiet der Zweiten Polnischen Republik abgeschlossen. 280 Blätter für Gebiete benachbarter Staaten wie UdSSR, Litauen, Deutschland, der Tschechoslowakei und Rumänien waren dem internen Gebrauch vorbehalten.
Heute sind diese Karten eine wertvolle historische Quelle Vorkriegspolens. Sie können u.a. dabei helfen, auf aktuellen Karten nicht mehr verzeichnete Ortschaften zu lokalisieren oder frühere Bezeichnungen von Straßen und Gebäuden auf historischen Stadtplänen zu ermitteln.

Ein privates, nichtkommerzielles Projekt scannt das vom “WIG” erarbeitete Kartenmaterial und macht es frei im Internet zugänglich.

http://english.mapywig.org/

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Tipp des Monats: historische Ortsverzeichnisse Schlesien II - der “Knie”

Eintrag im Ortsregister Schlesien

Ein halbes Jahrhundert nach dem “Zimmermann” erscheint das von Johann Georg Knie (1794-1859) herausgegebene Ortsverzeichnis zu Schlesien. Knapp und übersichtlich listet es folgende Angaben:

  1. die Ortsbezeichnung in deutscher Sprache und in den jeweils gebräuchlichen Varianten Polnisch, Wendisch, Böhmisch, Mährisch
  2. die Siedlungsform (Dorf, Vorwerk, Kolonie, Marktflecken), Städte werden im Anhang gesondert abgehandelt
  3. Zugehörigkeit zu Ortsverbänden, Landschaften, Regierungsbezirk (Breslau, Liegnitz, Oppeln), Gerichtsbezirk, Landratsamt (Kreis), Post- und Polizeibezirk
  4. Lage des Ortes zur Kreisstadt (Himmelsrichtung und Entfernung), geogr. Länge und Breite, Höhe über dem Meeresspiegel
  5. Grundherr, Anzahl der Einwohner bzw. Wohnhäuser, konfessionelle Verteilung, Kirchspiel, Schulverhältnisse
  6. Angaben zu Handwerk, Industrie, Landwirtschaft, Infrastruktur
  7. Abkürzungsverzeichnis, Hinweise zur Aussprache polnischer Bezeichnungen

Knie, Johann Georg, Alphabetisch-Statistisch-Topographische Uebersicht aller Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuß. Provinz Schlesien, mit Einschluß des ganzen jetzt zur Provinz gehörenden Markgrafthums Ober-Lausitz, und der Grafschaft Glatz: nebst beigefügter Nachweisung von der Eintheilung des Landes nach den verschiedenen Zweigen der Civil-Verwaltung, Breslau 1830

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Norman B. Leventhal Map Center

Stadtplanausschnitt Boston

-> Norman B. Leventhal Map Center at the Boston Public Library

Free to All - der Leitspruch über dem Portal der Boston Public Library ist auch das Anliegen des Bostoner Bürgers, Stadtentwicklers, Unternehmers und Sammlers Norman B. Leventhal. Er überließ der BPL eine wertvolle Sammlung historischer Karten und finanzierte Projekte zur Erhaltung, Erschließung und Präsentation ihres gesamten Kartenbestandes. 200.000 Karten und 5.000 Atlanten sollen nach und nach digitalisiert und online verfügbar gemacht werden. Der Bestand kann nach Ort, Erscheinungsjahr, Herausgeber und Autor durchsucht und in den einzelnen Karten mit komfortablen Onlinewerkzeugen navigiert werden. Unterrichtsmaterialien, Online-Ausstellungen und eine “Karte des Monats” ergänzen das Angebot.

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Visualisierung der regionalen Verteilung von Familiennamen

Die regionale Verteilung von Familennamen lässt Rückschlüsse auf deren Ursprung zu.
Mit Hilfe von Telefonbucheinträgen kann die Häufigkeit von Familennamen in einzelnen Ländern visualisiert werden. Entsprechende Webseiten gibt es u.a. für die USA, Frankreich, Deutschland & Österreich und Italien. Etwas kompliziert gestaltet sich dieses Verfahren allerdings für polnische Familennamen:
Der heraldisch-genealogische Dienst liefert bei Eingabe des gesuchten Namens Daten, die dann auf der GenPol-Homepage in ein entsprechendes Feld kopiert werden müssen. Dabei ist zu beachten, dass keine Zeilenumbrüche innerhalb einer Lokalkennung auftreten.
(Wojewodschaftskürzel(alt):Namenshäufigkeit,)

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Ortslexikon Mittel- u. Osteuropa (19. Jh.)

Das fünfzehnbändige geografische Wörterbuch “Slownik geograficzny Krolestwa Polskiego i innych krajow slowianskich” (1880-1902) listet nicht nur nahezu sämtliche Ortschaften des historischen Polen und angrenzender Gebiete auf, sondern enthält auch Informationen über charakteristische Gebäude, konfessionelle Zusammensetzung der Einwohner, Zugehörigkeit zu Verwaltungsbezirken.
Die Polish Genealogical Society of America vertreibt eine CD-ROM-Ausgabe zu einem sehr günstigen Preis.
In Bibliotheken mit historischen Beständen und Archiven ist das “SG” in Original- oder Reprint-Ausgabe zu finden.

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