
Buchrücken im Asamsaal der Thurn und Taxis Hofbibliothek Regensburg (Foto: A. Genest)
Der Gothaische Hofkalender erschien erstmals 1763 bei C.W. Ettinger (später Verlag Justus Perthes) in Gotha und ist nach dem Verlagsort als “Der Gotha” weltbekannt geworden. Er verzeichnet und erschließt Namensträger und Mitglieder aus Familien des deutschen Adels über deren Stammlisten und Familienwappen. Später wurde der „Hofkalender“ noch um die vier Reihen der Taschenbücher der gräflichen Häuser (seit 1825), der freiherrlichen Häuser (seit 1848), der adeligen (uradeligen) Häuser (seit 1900) und der briefadeligen Häuser (seit 1907) erweitert. Seit 1951 wird die Funktion des Hofkalenders durch das Genealogische Handbuch des Adels aus dem Starke Verlag übernommen.
Übersicht in diese komplexe Editionsreihe bringt eine chronologische Aufstellung verfügbarer Digitalisate, die kürzlich von RambowGenealogie erarbeitet wurde: http://www.rambow.de/adelslexika.html

Das Sondersammelgebiet Judentum an der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg Frankfurt a. M. hat in Zusammenarbeit mit der Bibliothek Germania Judaica Köln eine Volltextdatenbank Jüdischer Periodika aufgelegt, die wichtige Quellen zur Erforschung des Judentums seit der beginnenden Neuzeit darstellen. Das virtuelle Archiv Compact Memory bietet freien Zugriff auf 118 Periodika mit 700.000 Seiten. Es gibt einen nach den Namen der Zeitschriften alphabetisch geordneten Sucheinstieg wie auch eine Volltextsuche.

Historische Adressbücher sind eine wichtige Referenz für Regional-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte sowie für die Familienforschung.
Bibliotheken, Archive, genealogische Vereine und gemeinnützige Projekte erschließen diese Quelle zunehmend für die Online-Nutzung.
Die Schlesische Digitale Bibliothek ermöglicht u.a. die Recherche im über 1400 Seiten umfassenden Breslauer Adressbuch von 1935. Dieses listet die Einwohner alphabetisch nach Namen und Straßen, enthält ein Branchenverzeichnis sowie eine Aufstellung von Behörden, Kirchen, Schulen, Verbänden, Vereinen und Zeitungen.

Das Münchener Digitalisierung Zentrum (MDZ) koordiniert die Digitalisierung und Online-Publikation der Bestände der Bayerischen Staatsbibliothek und kooperierender Institutionen. Die Digitalen Sammlungen sind die umfangreichsten und am schnellsten wachsenden Deutschlands und repräsentieren die Münchener Sammelschwerpunkte Geschichte, Klassische Altertumswissenschaften, Osteuropa und Musikwissenschaft. Sie umfassen sowohl Handschriften, Alte Drucke, Bücher, Karten und Fotoarchive als auch Zeitschriften und Zeitungen.

Das „Biographie-Portal“, ein gemeinsames Projekt der Bayerischen Staatsbibliothek, der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und der Stiftung Historisches Lexikon der Schweiz. ermöglicht die übergreifende Suche in folgenden deutschsprachigen biographischen Lexika:
Zusammen werden auf diese Weise weit über 100.000 Biographien aus allen gesellschaftlichen Bereichen und fast allen Epochen der deutschen, österreichischen und der schweizerischen Geschichte erschlossen. In Zukunft sollen weitere nationale und regionale biographische Nachschlagewerke in das Portal einbezogen werden.
*Nachtrag: Seit Februar 2010 mit Zugriff auf die Volltextversion der Artikel u. Verknüpfungen zu weiteren Informationsangeboten.

Der neue Webdienst Paper C ermöglicht das Lesen aktueller Fachliteratur von kooperierenden Verlagen am Bildschirm. Lediglich für das Herunterladen bzw. Ausdrucken des Gesamtwerkes oder einzelner Seiten und für das Anlegen von Zitaten und Notizen werden Gebühren fällig, die in etwa dem Preis von Kopien in einem Copyshop entsprechen. Nach der Registrierung kann die eigene “Kopierkarte” aufgeladen werden. Paper C wurde vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels mit dem Innovationspreis für elektronisches Publizieren (AKEP Award 2009) ausgezeichnet.

Als Polen 1918 seine Unabhängigkeit zurückerlangte, musste ein ganzes Land topographisch neu erfasst werden. Ein militärgeographisches Institut (Wojskowy Instytut Geograficzny) wurde eingerichtet und mit der Aufgabe betraut, basierend auf dem von den Teilungsmächten für die polnischen Gebiete erstellten Kartenmaterials eine aktuelle, kohärente amtliche Kartographie zu entwickeln. 1939 war die Publikation aller 482 Karten für das Gebiet der Zweiten Polnischen Republik abgeschlossen. 280 Blätter für Gebiete benachbarter Staaten wie UdSSR, Litauen, Deutschland, der Tschechoslowakei und Rumänien waren dem internen Gebrauch vorbehalten.
Heute sind diese Karten eine wertvolle historische Quelle Vorkriegspolens. Sie können u.a. dabei helfen, auf aktuellen Karten nicht mehr verzeichnete Ortschaften zu lokalisieren oder frühere Bezeichnungen von Straßen und Gebäuden auf historischen Stadtplänen zu ermitteln.
Ein privates, nichtkommerzielles Projekt scannt das vom “WIG” erarbeitete Kartenmaterial und macht es frei im Internet zugänglich.
http://english.mapywig.org/

Neu und richtiger Grundt Riß des heiligen Römischen Reichs freyer Stadt Cöllen im Jahr 1752 verfertiget … von J. V. Reinhardt …
Seit dem 7. März bietet die Initiative “Digitales Historisches Archiv Köln” Archivnutzern die Möglichkeit, eigene Reproduktionen und Exzerpte aus Beständen des eingestürzten Kölner Stadtarchivs ins Netz zu stellen und auf diese Weise zerstörtes Archivgut digital zu rekonstruieren:
http://www.historischesarchivkoeln.de/

Daten aus Findbüchern zu Beständen polnischer Staatsarchive werden nach und nach über die zentrale Datenbank IZA (Inwentarze zespołów archiwalnych) zugänglich gemacht. So können die Findmittel einzelner Archive bzw. Bestände online nach in den Aktentiteln bzw. in der Dokumentenbeschreibung vorkommenden Stichworten (z.B. Personennamen, Ortschaften etc.) durchsucht werden. Unser Beispieldatensatz zeigt Informationen wie Archivnummer (53 = Staatsarchiv Posen/Poznań), Bestandsnummer (474 = Magistrat Posen/Poznań), Signatur (121), Aktentitel (ggf. mit Übersetzung), Laufzeit bzw. Datierung der Akte bzw. des Dokuments (1910) , Format (Mikrofilm), Sprache (niemiecki = deutsch).

Ein halbes Jahrhundert nach dem “Zimmermann” erscheint das von Johann Georg Knie (1794-1859) herausgegebene Ortsverzeichnis zu Schlesien. Knapp und übersichtlich listet es folgende Angaben:
- die Ortsbezeichnung in deutscher Sprache und in den jeweils gebräuchlichen Varianten Polnisch, Wendisch, Böhmisch, Mährisch
- die Siedlungsform (Dorf, Vorwerk, Kolonie, Marktflecken), Städte werden im Anhang gesondert abgehandelt
- Zugehörigkeit zu Ortsverbänden, Landschaften, Regierungsbezirk (Breslau, Liegnitz, Oppeln), Gerichtsbezirk, Landratsamt (Kreis), Post- und Polizeibezirk
- Lage des Ortes zur Kreisstadt (Himmelsrichtung und Entfernung), geogr. Länge und Breite, Höhe über dem Meeresspiegel
- Grundherr, Anzahl der Einwohner bzw. Wohnhäuser, konfessionelle Verteilung, Kirchspiel, Schulverhältnisse
- Angaben zu Handwerk, Industrie, Landwirtschaft, Infrastruktur
- Abkürzungsverzeichnis, Hinweise zur Aussprache polnischer Bezeichnungen
Knie, Johann Georg, Alphabetisch-Statistisch-Topographische Uebersicht aller Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuß. Provinz Schlesien, mit Einschluß des ganzen jetzt zur Provinz gehörenden Markgrafthums Ober-Lausitz, und der Grafschaft Glatz: nebst beigefügter Nachweisung von der Eintheilung des Landes nach den verschiedenen Zweigen der Civil-Verwaltung, Breslau 1830

Der Archivar, Autor und Filmemacher Rick Prelinger begründete das Prelinger Archiv, eine Sammlung von 60.000 Webe-, Lehr- und Dokumentarfilmen, die 2002 von der Library of Congress erworben wurde. Prelinger hat in Kooperation mit dem Internet Archive 1.970 dieser Filme zur freien Nutzung und Weiterverwendung (Creative Commons-Lizenz) online zugänglich gemacht.

Die Entdeckung von Amerika. - Kupferstich ; koloriert ; 65 x 101 mm. - Original. In: Der Mensch von Anbeginn bis auf unsre Zeiten : Ein höchst nützliches und unterhaltendes Bilderbuch für wißbegierige und fleißige Knaben und Mädchen, die einst brave und glückliche Bürger und Bürgerinnen werden wollen / Hempel, Friedrich Wilhelm. - Leipzig, 1809 = [1809]. - S. 174/175, Pictura Paedagogica Online, Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung, IDN=b0014875berl
Das bildungsgeschichtliche Bildarchiv Pictura Paedagogica - ein Gemeinschaftsprojekt der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung mit der Universität Hildesheim, verzeichnet und erschließt Illustrationen des 15.-20. Jh. aus Kinder- und Schulbüchern, Bibeln und Atlanten, illustrierten Zeitschriften und Postkarten.
Holzschnitte, Kupfer- und Stahlstiche, auch Fotografien können nach Titel, Personen, Quellen, Zeiträumen und Schlagworten recherchiert und für nichtkommerzielle Zwecke mit Angabe der Quelle weiterverwendet werden. Für die Print-Publikation besteht die Möglichkeit der Onlinebestellung hochauflösender Reproduktionen.