
Mauerfragment an der Bernauer Straße (Foto A. Genest)
Das Bild, das weltweit die Erinnerung an die Berliner Mauer beherrscht, basiert auf deren westlicher Fassade: Graffitis auf einer Wand aus Betonfertigteilen.
Aus ostdeutscher Perspektive war sie lediglich der Abschluss eines komplexen Systems perfekt getarnter, scharf bewachter und nur unter Lebensgefahr zu überwindender Grenzanlagen. Ein Projekt des Lehrstuhls für Denkmalpflege der BTU Cottbus dokumentiert die gesamte für den Betrieb der Grenze erforderliche Infrastruktur und deren erhaltene Elemente und macht sie über eine interaktive Karte auch mit mobilen Endgeräten (Handy, GPS) nutzbar.
Das 50. Jubiläum der Internationalen Bauausstellung in Berlin 1957 ist der Anlass für sehr unterschiedliche Veranstaltungen, Publikationen und Ausstellungen. Unser Tipp des Monats soll auf die Gelegenheit verweisen, abseits ausgetretener Touristenpfade Spuren der klassischen Moderne in ihrem historischen Kontext nachzugehen:
- bis 31. Juli 2007:
„Entstehung des neuen Hansaviertels und das Hansaviertel heute, historische Fotos vom alten Hansaviertel und Fotos von der Bauphase“, U-Bahn Station Hansaplatz
- bis 30. Juni 2007
Hansabibliothek Architektur und Menschen 5: Die Moderne von innen. Eine Präsentation vom Jovis Verlag, Mawa-Design Resopal, Bauhaus Dessau
- bis 15. Juli 2007:
“Die Stadt von morgen” - Beiträge zu einer Archäologie des Hansaviertels Berlin. Ausstellung, Tagung und Filmreihe. Akademie der Künste, Hanseatenweg 10 und Kino Arsenal
- bis 30. Oktober 2007
Ausstellung des Heimatvereins und der Geschichtswerkstatt Tiergarten e.V. „Das alte Hansa-Viertel (1877 bis 1944)“ in der Kaiser-Friedrich-Gedächtnis-Kirche, Händelallee 20, MO-FR 09.00 - 12.00 Uhr und DI, DO zusätzlich: 16.00 - 19.00 Uhr.
- bis 8. Juli 2007:
Ausstellung “Das neue Hansaviertel - gesehen von Künstlern der 50er und 60er Jahre”, St. Ansgar-Kirche am Hansaplatz täglich von 12:00 bis 16:00 Uhr
Die historischen Berliner Adressbücher (erschienen seit 1799 mit Lücken bis 1943) sind eine wichtige biographische und topographische Quelle.
Sie können gebührenfrei online oder als Mikrofiche u.a. in der Staatsbibliothek und im Zentrum für Berlin-Studien der ZLB, hier in Berlin-Mitte eingesehen
werden.
Neben den unter einer bestimmten Adresse gemeldeten Haushaltsvorständen,
Gewerben, öffentlichen Einrichtungen etc. erfährt man auch den Verwaltungs-,
Amtsgerichts-, Postzustell- bzw. Finanzamtsbezirk einer konkreten Adresse als Grundlage für weiterführende Recherchen.
Das Berlin Document Center(BDC) wurde nach Kriegsende von der US-Armee in Berlin als Sammellager von beschlagnahmten Dokumenten aus der NS-Zeit zur Vorbereitung der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse und der Entnazifizierung aufgebaut.
1996 wurden die Unterlagen des ehemaligen BDC in der neuen Liegenschaft des Bundesarchivs in Berlin-Lichterfelde mit den Beständen der Abteilung Deutsches Reich zusammengeführt.
Neben der Zentralen Mitgliederkartei der NSDAP können u. a. Personenakten des Rasse- und Siedlungshauptamtes sowie Personalunterlagen von SS- und SA-Angehörigen recherchiert werden.
Aufgrund der Erfahrungen mit an uns gerichteten diesbezüglichen Anfragen scheint es sinnvoll, auf den Artikel von B. Heusterberg über personenbezogene NS-Unterlagen
und deren Benutzung hinzuweisen