Reisebüro Münchhausen

Hieronymus Carl Friedrich Freiherr von Münchhausen (1720-1797) ist uns vor allem durch die ihm zugeschriebenen Abenteuer bekannt. Der literarische Stoff wurde vielfach überarbeitet, neu erzählt, auf die Bühne gebracht, verfilmt und erreicht bis heute in vielen Ländern ein großes Publikum.
Liest man die Quellen aus dem ausgehenden 18. Jahrhundert, lernt man einen wahren Gentleman kennen: Er langweilt die Zuhörer nicht mit langen Ausführungen über Sehenswürdigkeiten, Land und Leute, sondern hält sie mit poetischen Bildern und überraschenden Wendungen in Atem. Phantasie, Geschick, Zeit und Geld ist im Überfluss vorhanden. Distanzen und Hindernisse überwindet der Baron auf unkonventionelle Art. Meist spielen Tiere und Waffen dabei eine tragende Rolle.

Wie können sich Reisende im 21. Jahrhundert auf seine Spuren begeben?

Planen Sie eine Jubiläumstour für das Reisebüro Münchhausen anlässlich des 300. Geburtstages seines Namensgebers und schicken uns Ihren Entwurf einer passenden Werbeanzeige in Text, Bild oder Ton!

Die folgenden Zitate aus der Ausgabe von 1786 sollen dabei helfen, sich in das russisch-osmanische Wintermärchen hineinzuversetzen:

die Wege durch die nördlichen Gegenden von Deutschland, Pohlen, Kur- und Liefland, welche jeder Reisende, als fast noch elender, wie die nach dem Tempel der Tugend, beschreibet

Nirgends war ein Dorf zu hören, noch zu sehn. Das ganze Land lag unter Schnee; und ich wußte weder Weg noch Steg

bis ich nach Rußland kam, wo es eben nicht Mode ist, des Winters zu Pferde zu reisen. Wie es nun immer meine Maxime ist, mich nach dem bekannten: ländlich sittlich, zu richten, so nahm ich dort einen kleinen Rennschlitten auf ein einzelnes Pferd

Nun weiß ich nicht mehr recht, ob es in Esthland, oder in Ingermanland war, so viel aber besinne ich mich noch wohl, es war mitten in einem fürchterlichen Walde

Ich will Ihnen, meine Herren, mit Geschwätz von der Verfassung, den Künsten, Wissenschaften und andern Merkwürdigkeiten dieser prächtigen Hauptstadt Rußlands keine lange Weile machen

so hatte ich […] vollkommene Muße und Freyheit, meine Zeit sowohl, als auch mein Geld auf die adelichste Art von der Welt zu verjunkeriren

Denn ich bin immer berühmt gewesen, sowohl wegen der Vortreflichkeit meiner Pferde, Hunde und Gewehre, als auch wegen der besondern Art, das alles zu handhaben

Ich mußte nehmlich des Sultans Bienen alle Morgen auf die Weide treiben, sie daselbst den ganzen Tag lang hüten, und dann gegen Abend wieder zurück in ihre Stöcke treiben

Da fiel mir ein, daß die türkischen Bohnen sehr geschwind und zu einer ganz erstaunlichen Höhe empor wüchsen. Augenblicklich pflanzte ich also eine solche Bohne, welche wirklich empor wuchs, und sich an eines von des Mondes Hörnern von selbst anrankte

Nun kletterte ich getrost nach dem Monde empor, wo ich auch glücklich anlangte. Es war ein ziemlich mühseliges Stückchen Arbeit, meine silberne Axt an einem Orte wieder zu finden, wo alle andere Dinge gleichfalls wie Silber glänzten

Auf einmal gings: Tereng! Tereng! teng! teng! Wir machten große Augen und fanden nun auf einmal die Ursache aus, warum der Postilion sein Horn nicht hatte blasen können. Die Töne waren in dem Horne festgefroren und kamen nun, so wie sie nach und nach aufthaueten, hell und klar […] heraus. Da hörten wir […] nebst noch vielen andern Stückchen, auch sogar das Abendlied: Nun ruhen alle Wälder – Mit diesem letzten endigte sich denn dieser Thauspaß, so wie ich hiermit meine Russische Reise-Geschichte

Bitte senden Sie Ihren Entwurf bis zum 1. Januar 2020, 24.00 MEZ an buero@archivauskunft.de!

Der/die Gewinner(in) kann einen der drei folgenden Preise wählen:

Holzfigur fliegender Münchhausen (10 cm)
von KWO, aus der Manufaktur Olbenhau
(Erzgebirge)

 

 

The Fabulous Baron Munchausen

Film von Karel Zeman (ČSSR 1961),
digital restauriert, englische Untertitel

 

 


(Ks)Arak vom Chateau Ksara, Libanon,

vom Direktimporteur Harb,
Berlin-Schöneberg