Yizkor Bücher (ספרי יזכור)

„Yizkor“ (יזכור) bedeutet im Hebräischen so viel wie etwas oder jemandem “gedenken” und wird in Gebeten an die Toten verwendet. Ein entsprechendes literarisches Genre entwickelte sich im 13. Jahrhundert in Osteuropa und wurde im 20. Jahrhundert nach dem Holocaust wiederentdeckt. „Memorbücher“ wurden von der Exilgemeinde (לנדסמנשאפט/Landsmanshaft) des jeweiligen Ortes meist in kleiner Stückzahl gedruckt und vertrieben.
Die New York Public Library hat Yizkor-Bücher aus verschiedenen Sammlungen digitalisiert und macht sie online zugänglich, alphabetisch nach Ortsnamen geordnet.
Die von überlebenden Zeitzeugen zusammengestellten Gemeindechroniken, Nekrologe, Karten, Fotos und Illustrationen sind eine wertvolle Quelle, die durch ihren Umfang, fehlende sachliche Gliederung und Register und nicht zuletzt durch die hebräische Schrift/jiddische Sprache schwer zugänglich ist. Um die Nutzung zu erleichtern, fördert ein laufendes Projekt von JewishGen die Übersetzung und Erschließung durch freiwillige Helfer und Spenden.

RootsTech London 24.-26. Oktober 2019

RootsTech, die weltweit größte genealogische Fachmesse, findet seit 2011 jährlich in Salt Lake City (Utah/USA) statt und zieht mit Vorträgen, Workshops und Firmenpräsentationen ein breites Publikum an.
Gastgeber FamilySearch International, eine Organisation der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen), richtet im Herbst diesen Jahres erstmals ergänzend eine gleichnamige Konferenz in Europa aus. Sie findet vom 24. bis 26. Oktober 2019 im ExCel Exhibition Center in London statt.
Die Registrierung hat bereits mit einem Frühbucherrabatt begonnen. Ähnlich wie bei der Anfang März zu Ende gegangenen RootsTech 19 in Salt Lake City werden sozial-, regional- und migrationsgeschichtliche Themen, Computergenealogie, Online-Ressourcen, Umgang mit Quellen und DNA-Analyse im Programm eine Rolle spielen.
Die Messe bietet darüber hinaus die Möglichkeit, sich einen Überblick über Innovationen und Entwicklungen auf dem Genealogie-Markt zu verschaffen.

Update: BKG-Datenbank Historische Ortsnamen

Seit ca. 16 Jahren geben wir an dieser Stelle Hinweise auf nützliche Informationsangebote im Bereich Historische Hilfswissenschaften. Das Archiv unserer „Tipps des Monats“ bietet inzwischen eine solide Grundlage für den Einstieg in die Archivrecherche und die Arbeit mit Quellen. Ältere Einträge bedürfen allerdings von Zeit zu Zeit einer Aktualisierung, die über die Korrektur von Links und Adressen hinausgeht.
Im Februar 2007 empfahlen wir die Datenbank „Historische Ortsnamen“ des Bundesamtes für Kartographie und Geodäsie (BKG), bis heute unsere bevorzugte Referenz für Ortsnamen ehemals zu Deutschland gehöriger Gebiete.
Das Suchergebnis listet die historische, parallele und aktuelle Ortsbezeichnung in der jeweiligen Landessprache sowie Staat und Verwaltungsbezirk für die Jahre 1939, 1945 und 1992 (siehe Anwendungsbeispiel auf dem Bildschirmfoto).
Die Anwendung wird über ein Java-Applet realisiert, das von einigen Browsern nur über den Umweg einer Ausnahmeerteilung in den Sicherheitseinstellungen ausgeführt wird:

  1. Aktualisierung Java Runtime Environment
  2. Java Control Panel/Sicherheit/Ausnahmeliste: „http://sg.geodatenzentrum.de“
  3. Download und Ausführen von HistoNameApplet.jnlp

European Holocaust Research Infrastructure (EHRI)

European Holocaust Research Infrastructure (EHRI) bietet Zugang zu Informationen über Quellen zur Geschichte des Holocaust, die in Archiven in Europa und weltweit verwahrt werden.
Das Portal gliedert sich in die Bereiche „Länder“, „Archive“ und „Bestandsbeschreibungen“ und bietet neben einer Freitextsuche in den Metadaten auch Navigationsmöglichkeiten über ein kontrolliertes Vokabular (Thesaurus), Facetten und Filter.
Die Menüelemente und Suchergebnisse können in Englisch, Französisch, Deutsch und Polnisch angezeigt werden, die beschreibenden Texte zu den Archiven und Beständen sind allerdings nur in Englisch verfügbar. Begibt man sich auf die Ebene der Findmittel oder nimmt vor Ort Einsicht in die überlieferten Dokumente, sind ohnehin Kenntnisse der jeweiligen Landessprache und/oder der Sprache, in der die Quellen verfasst wurden, erforderlich.