Leonardologische Zitierweise oder die Lösung des Adventsrätsels

Wie in jedem Jahr gab es wieder eine harte Nuss zu knacken, und wieder fanden sich Mutige, die diese Herausforderung angenommen und sich dabei über die Distanz von nunmehr fünf Jahrhunderten der Person und dem Werk von Leonardo da Vinci angenähert haben.
Vielen Dank für die eingesandten Lösungen, die allesamt von einer intensiven und phantasievollen Auseinandersetzung mit dem Thema zeugen. Glückwunsch nach Pasadena (Kalifornien) an die Gewinnerin!

Mit unserem Rätsel wollten wir am Beispiel der in alle Welt zerstreuten und in verschiedene Kodizes neu gebundenen Notizen da Vincis zeigen, wie schwierig es ist, Handschriften zu recherchieren, zu lesen und zu referenzieren. Wie auch bei gedruckten Werken lässt sich die Richtigkeit einer Quellenangabe ohne Prüfung am Original nicht sicher beurteilen.
Alle Einsendungen enthielten allerdings Sammlungs-, Kodex- und Blattangabe sowie Hinweise auf Sekundärliteratur wie Kataloge, Fachpublikationen, Fabeleditionen, Faksimiles, Transliterate und Digitalisate und genügen somit dem Leonardologen-Standard.


Adventsrätsel: Der fabelhafte Leonardo

Leonardo da Vinci, dessen Todestag sich im kommenden Jahr zum 500. Mal jährt, studierte nicht nur Körper und Bewegung der Tiere, sondern auch deren Charakter.
Seine Beobachtungen zum Wesen einzelner Arten hielt er in kurzen, skizzenhaften, oft unfertigen Fabeln fest. Daraus eine lesbare Geschichte zu machen, blieb meist den späteren Herausgebern und Übersetzern überlassen.
Etwa 7200 Seiten seiner Notizbücher zu verschiedensten Themen sind überliefert, in Spiegelschrift verfasst und reich illustriert. Sie befinden sich heute verstreut in verschiedenen Sammlungen in Europa und Nordamerika.
Da Vinci gewann seine Erkenntnisse durch genaue Beobachtung und Vorstellungskraft, nicht durch das Quellen- und Literaturstudium. Für unser Rätsel akzeptieren wir aber beide Ansätze:

Die Leonardo-Lösung: Eine Fabelidee im Stil da Vincis mit einem oder mehreren der oben abgebildeten Tiere

Die Leonardologen-Lösung: Ein Titel zu einer überlieferten Fabel da Vincis mit einem oder mehreren der oben abgebildeten Tiere mit Quellenangabe der Handschrift (Sammlung, Codex, Blattangabe)

Bitte senden Sie Ihre Lösung bis zum 1. Januar 2019, 24.00 MEZ an buero@archivauskunft.de.

Der/die Gewinner(in) kann einen der drei folgenden Preise wählen:

  1. Walter Isaacson: Leonardo da Vinci
    Aus dem Amerikanischen von Karin Schuler und Andreas Thomsen
    Propyläen/Ullstein Verlag, Berlin 2018 (wahlweise Original)
  2. Charity Children: Fabel (CD oder Vinyl)
  3. Moleskine Notizbuch Kollektion Klassik, Farbe nach Wahl

Berliner Juden- und Dissidentenregister im GStA

Für die Recherche nach Lebensdaten von Personen, die vor Einführung der Standesämter keiner christlichen Amtskirche angehörten, sind sog. Juden- bzw. Dissidentenregister (auch „Personenaufschreibungen“) eine wichtige Quelle.
Das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz (GStA) in Berlin-Dahlem verwahrt Ablichtungen solcher Register für Geburten, Eheschließungen und Todesfälle in Berlin für die Jahre 1812-1874.

VIII. HA, J1 (D)
Juden- und Dissidentenregister Berlin
69 AE, 1812-1874
Findbuch, 1 Bd.

Gefangenenkartei der Berliner Strafanstalten aus der NS-Zeit

Das Landesarchiv Berlin verwahrt Karteien von Inhaftierten der Berliner Strafanstalten Plötzensee, Tegel, Charlottenburg, Barnimstraße und des Untersuchungsgefängnisses Moabit aus den Jahren 1934/35 bis 1945.

Die Karteikarten enthalten biografische Angaben, Hinweise auf den Tatvorwurf bzw. das Delikt, Haftdauer und Verlegungen sowie Aktenzeichen der zuständigen Strafvollstreckungsbehörden. Sie sind somit eine wichtige Quelle zur Untersuchung von Weg und Verbleib von Gefangenen innerhalb des Haftsystems des NS-Staates.

Nach bewilligtem Antrag auf Schutzfristverkürzung zur Einsichtnahme in personenbezogene Unterlagen gemäß § 9, Abs. 3 ArchGB können diese Karteien nun in digitalisierter Form im Lesesaal des Landesarchivs genutzt werden.

–> weitere Informationen zu den einzelnen Beständen auf der Internetseite des Landesarchivs