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Recherche & Redaktion in Berlin

2017/06/07

Namensverzeichnisse Berliner Standesämter

Namensverzeichnis eines Sterberegisters der Berliner Standesämter

Das Landesarchiv Berlin hat jüngst die Namensverzeichnisse zu den Personenstandsregistern der Berliner Standesämter digitalisiert und online verfügbar gemacht.

Die Vielzahl von Kirchgemeinden und (seit 1874) Standesämtern  erschweren die Familienforschung in Metropolen wie Berlin. Ist die Adresse der gesuchten Person bzw. Familie bekannt oder kann mit Hilfe der Berliner Adressbücher ermittelt werden, helfen Übersichten wie z.B. bei GenWiki bei der Zuordnung des zuständigen Standesamtes für das entsprechende Jahr. Allerdings erfolgte nicht in jedem Fall die Beurkundung von Geburt, Heirat oder Tod am Wohnort, sondern z.B. auch in der Nähe des Krankenhauses, wo die Person geboren wurde oder starb.

Die Digitalisierung erleichtert die Recherche erheblich und schont die Originaldokumente. Ein Archivbesuch erübrigt sich in vielen Fällen: Wurde die Urkundennummer im Namensverzeichnis ermittelt, kann direkt beim Archiv eine Kopie bestellt werden.

 

2017/05/06

NSDAP-Mitgliederkartei digitalisiert

Microform-reader

Foto: Tomasz Sienicki 2004 CC BY-SA 3.0

Die  heute im Bundesarchiv Berlin verwahrte NSDAP-Mitgliederkartei besteht eigentlich aus zwei Verzeichnissen:
Der alphabetisch nach Namen geführten „Zentralkartei“ sowie der ursprünglich nach Ortsgruppen gegliederten „Gaukartei“.

Die Digitalisierung der insgesamt ca. 12,7 Millionen Karteikarten ist nun abgeschlossen.
Da der Zugang durch datenschutzrechtliche Bestimmungen beschränkt ist und die Digitalisate lediglich durch eine grobe alphabetische Indexierung erschlossen sind, ändert sich für die Nutzung zunächst wenig. Das „Durchblättern“ der Kartei im Lesesaal kann nun wahlweise am PC oder an Lesegeräten für Mikroformen erfolgen.

Wünschenswert wäre eine Verschlagwortung der einzelnen Dokumente bzw. eine Verknüpfung mit Geodaten, um die durch die Umsortierung der Ortsgruppenkartei im Rahmen der NS-Prozesse und Entnazifizierungsverfahren verloren gegangene regionale Zuordnung zu ermöglichen.

Die Kartei, die zu ca. 80% erhalten ist, enthält knappe, formalisierte Angaben wie Name, Vorname, Geburtsdatum und -ort, Beruf, Mitgliedsnummer, Datum des Aufnahmeantrages, Eintrittsdatum, ggf. Beendigung der Mitgliedschaft, Adressänderungen, ein Passfoto. Auskünfte zu einzelnen Personen erteilt das Bundesarchiv auf Antrag. Für die Nutzung des Bestandes vor Ort ist eine vorherige Klärung der Zugangsberechtigung erforderlich.

Die National Archives in College Park (US-Bundesstaat Maryland) verfügen über eine Mikrofilmkopie des gesamten Materials.

 

2017/03/03

Hugenottentag in Magdeburg

50. Hugenottentag in Magdeburg

In der Bibliothek des Hugenottenmuseums Berlin (Foto: A. Genest)

Vom 23. bis zum 25. Juni 2017 richtet die Deutsche Hugenotten-Gesellschaft e.V. in Kooperation mit der Evangelisch-reformierten Gemeinde Magdeburg den 50. Deutschen Hugenottentag aus.
Magdeburg beherbergte einst die zweitgrößte Hugenottenkolonie im Gebiet des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Die im Dreißigjährigen Krieg schwer zerstörte und zudem durch eine Pestepidemie stark entvölkerte Stadt Magdeburg war Zuflucht für Hugenotten, Wallonen aus Mannheim sowie Pfälzer im Kurfürstentum Brandenburg.
Die dreitägige Veranstaltung mit Vorträgen, Exkursionen und einem Festgottesdienst richtet sich an alle der Geschichte der Hugenotten Interessierten sowie Nachfahren aus dem In- und Ausland.

–> Programmflyer

 

2017/01/12

Bildarchiv Austria und Lösung des Adventsrätsels

Auch in Kiew stößt man auf Spuren des Reformators (Foto: A. Genest 2017)

Bei der Suche nach einer passenden Illustration für unser letztes Adventsrätsel wurden wir im „Bildarchiv Austria“ fündig.
Die Sammlung historischer Bildbestände der Österreichischen Nationalbibliothek umfasst u.a. Porträts, Architekturfotografie, zeithistorische Dokumente, Alltagsbilder und graphische Werke. Das Personenschlagwort „Martin Luther“ listet allein 224 Treffer, vorwiegend Porträts.
Für die Recherche nach Fotografien und künstlerischen Darstellungen von Personen sind solche Online-Bildquellen sehr hilfreich, einige stellten wir bereits in unseren „Tipps des Monats“ vor. Bei Wikimedia Commons sind derzeit 13 Bilder als „Martin Luther“ und „Statues“ indexiert, davon allerdings nur zwei in einem Nachbarland Deutschlands.
Der Wikipedia-Artikel „Lutherdenkmal“ mit der Liste „Lutherdenkmäler in Mitteleuropa“ und zahlreichen Abbildungen führt schließlich zur Lösung:

Bielsko-Biala – Polen – Buch
Sessenheim – Frankreich – Buch
Aš – Tschechien – Linke Brust
Kopenhagen- Dänemark – Seite

2016/12/04

Adventsrätsel: Lutherdenkmal³

Die Publikation der 95 Thesen wider den Ablass markiert hierzulande symbolisch den Auftakt zur Reformation.  Bereits im Vorfeld des 500. Jubiläums 2017 ist ihr Autor Martin Luther allgegenwärtig –  eine Neuauflage der Lutherbibel sowie zahlreiche Publikationen zum Thema erscheinen,  der Verkauf von Jubiläumssouvenirs läuft an, bestehende Denkmale und Konzepte zu deren Neugestaltung werden kontrovers diskutiert.

Lutherdenkmäler gibt es heute vor allem in protestantisch geprägten Regionen Deutschlands und in den Vereinigten Staaten. In Ländern und Regionen, wo z.B. die Reformation eine geringere Rolle spielte, die Gegenreformation erfolgreich war oder andere Reformatoren als Martin Luther wirkten, sind sie selten. Im und nach dem 2. Weltkrieg wurden zudem zahlreiche Lutherdenkmäler, die meist im Kontext früherer Jubiläen im wilhelminischen Stil errichtet wurden, als deutsches Nationalsymbol interpretiert und zerstört.

Unser diesjähriges Adventsrätsel schickt Sie auf die Suche nach 3 Lutherdenkmälern, die (heute) in Nachbarländern Deutschlands stehen. Gesucht ist der Name der Stadt, das Land sowie die Zuordnung des Denkmals zu einer der folgenden Positionen der rechten Hand des Abgebildeten:

  1. auf Buch
  2. an Seite
  3. auf linker Brust

Luther, Martin (1483 – 1546), Porträtsammlung ÖNB Wien Inv. Nr. 3517993

Bitte senden Sie Ihre Lösung bis zum 1. Januar 2015, 24.00 MEZ an buero@archivauskunft.de.

Der/die Gewinner(in) kann einen der drei folgenden Preise wählen:

2016/10/12

Porta fontium

Das grenzüberschreitende Projekt Porta fontium vereinigt Archivalien aus dem böhmisch-bayrischen Grenzgebiet vom Mittelalter bis zum Jahr 1948 aus tschechischen und deutschen Archiven auf einer digitalen Plattform. Die virtuelle Vereinigung der oft zerrissenen Archivbestände ermöglicht regional- orts- und familiengeschichtliche Forschung und erleichtert der interessierten Öffentlichkeit den Zugang zu historischen Quellen wie Kirchenbüchern (Matriken), Standesamtsregistern, Fotos, Stadt-, Gemeinde-, Schul-, Pfarr- und Vereinschroniken, Magistratsakten und Urkunden über Landes- und Archivgrenzen hinweg.